Dringend Marillenknödel kochen! Dieser Gedanke schaffte, als die Augen frische, reife Aprikosen in der Auslage meldeten, spontan den Sprung vom Unterbewusstsein auf Dringlichkeitsstufe 1, begleitet von süßen Erinnerungen an die böhmische Küche von Mutter und Großmutter – und leider auch an die Marillenknödelimitate aus der Hochschulmensa. Also ohne Zögern drei Handvoll Früchte (600–700 g) in die Tüte und zu Hause nochmal schnell im Rezept nachgeschaut, was man sonst noch so braucht:
- 1 kg mehligkochende Kartoffeln
- 300 g Mehl
- 2 Eier
- Würfelzucker
- Paniermehl
- Butter
- Puderzucker
Die Kartoffeln schälen und kochen, wir waren uns unsicher und haben uns dann doch für einen Teelöffel Salz im Wasser entschieden. Geschadet hat es nicht. Ohnehin kommt später noch mehr Salz ins Spiel.
Während die Kartoffeln garen und danach abkühlen, die Aprikosen waschen, an einer Seite aufschlitzen und den Kern jeweils durch ein Stück Würfelzucker ersetzen. Das Paniermehl mit etwas Butter in einer Pfanne anrösten. Wir haben es aus zwei oder drei trockenen Brötchen im Mixer selbst hergestellt.
Nachdem die Kartoffeln abgekühlt sind, diese mit einer Kartoffelpresse bestimmungsgemäß bearbeiten, mit Mehl, Salz und Eiern zu einem Teig verarbeiten.

Mit den Fingern kleine Teigfladen formen und je eine Aprikose darin einwickeln, zwischen den Handflächen zu einem ansehnlichen Knödel rollen. In kochendem Salzwasser garen. Von fünf bis sieben Minuten spricht das alte Rezept. Wir haben nicht auf die Uhr geguckt, und können nur sagen: Wenn sie auftauchen sind sie noch nicht fertig:

Also noch etwas länger ziehen lassen. Kurz abtropfen lassen, dann in dem Paniermehl wälzen, einen Teelöffel zerlassene Butter auf jeden Knödel geben, mit Puderzucker bestreuen und genießen! Drei Knödel sättigen sehr gut, die Restknödel schmeckten aber auch später noch kalt und mit Vanilleeis.
Mir hat ein wenig Säure gefehlt, weshalb wohl auch die Variante mit Quarkteig populär ist. Ich würde aber lieber beim Kartoffelteig bleiben und beim nächsten Mal mit abgeriebener Zitronenschale experimentieren. Auch Experimente mit Alkohol könnten vielversprechend sein…


Haldern-Moment
Das war er dann wohl, der spezielle Haldern-Moment für dieses Jahr. Nachdem es aussichtslos schien, ins Spiegelzelt zu gelangen, machten wir uns auf den Weg zur Haldern Pop Bar in der Dorfmitte. Dort drohte das Konzert der Isbells wegen einer ständig herausfliegenden Sicherung zu platzen. Also entschied sich die Band spontan, auf dem Parkplatz vor der Bar ein Akustik-Set zu spielen.